Die Topografie prägt Stuttgart-Süd stärker als jede Planung es kann. Der Bezirk zieht sich vom Talkessel bis auf die Höhe Richtung Degerloch. Wie steil es dabei zugeht, entscheidet mit darüber, welche Flächen hier überhaupt möglich sind.
Lage und Stadtteile
Stuttgart-Süd ist einer der fünf inneren Stadtbezirke und liegt südlich des Innenstadtkerns zwischen Stuttgart-Mitte und Stuttgart-Degerloch. 43.071 Menschen leben hier (Stand 2025), deutlich mehr als in Mitte.
Der Bezirk besteht aus sieben Stadtteilen. Bei der Neugliederung 2001 entstanden Bopser, Lehen, Weinsteige, Karlshöhe, Heslach und Südheim, dazu kommt das 1922 eingemeindete Kaltental. Das Heusteigviertel wird umgangssprachlich oft dem Süden zugeschlagen, gehört offiziell aber zu Stuttgart-Mitte.
Die Weinsteige und die Erschließung des Hangs
Die Alte Weinsteige ist bereits 1350 erwähnt, ein Karrenweg, so steil, dass bis zu 16 Pferde als Vorspann nötig waren. Zwischen 1826 und 1831 entstand die Neue Weinsteige als breite Panoramastraße. Seit 1884 fährt die Zahnradbahn entlang der alten Trasse, seit 1929 verbindet eine Standseilbahn den Südheimer Platz mit dem Waldfriedhof.
Süd ist über Jahrhunderte an einem Hang gewachsen. Das zeigt sich bis heute in Grundstückszuschnitten, Erschließung und Andienung.
Heslach als eigenes Zentrum
Heslach funktioniert als eigenständige Ortsmitte mit Nahversorgung, Gastronomie und Handel entlang der Möhringer Straße sowie rund um Erwin-Schoettle-Platz und Bihlplatz. Nutzer mit Laufkundschaft finden hier die interessanteste Adresse im Bezirk, weil Frequenz entsteht, ohne dass City-Konditionen aufgerufen werden.
Verkehrlich läuft die Bundesstraße 14 seit 1991 auf 2300 Metern durch den Heslacher Tunnel. Das hat die oberirdische Belastung deutlich reduziert und Lagen aufgewertet, die vorher direkt an der Durchgangsstraße lagen.
Was Stuttgart-Süd für Gewerbenutzer ausmacht:
- Kleinteiligkeit mit überwiegend kleinen bis mittleren Einheiten
- Eigene Zentren in Heslach und Kaltental statt einer einzigen Achse
- Gesundheitswirtschaft als prägender Wirtschaftszweig
- Nähe zur City bei spürbar anderem Preisniveau
Gesundheitswirtschaft als Wirtschaftsfaktor
Die prägenden Arbeitgeber im Bezirk kommen nicht aus der Industrie. Das Marienhospital ist eines der größten im Stuttgarter Süden und ein Krankenhaus mit überregionalem Ruf, dazu kommen das Rudolf-Sophien-Stift mit Klinik und Werkstätten, das Gradmann-Haus als Zentrum für Demenzkranke und das Mehrgenerationenhaus Heslach.
Für den Flächenmarkt hat das konkrete Folgen. Rund um solche Einrichtungen entsteht Bedarf an Praxen, Therapie- und Beratungsräumen, Sanitätshäusern und Pflegediensten. Das sind Nutzungen mit eigenen Anforderungen an Barrierefreiheit, Zuschnitt und Erreichbarkeit.
Nutzungsprofile im Bezirk
| Lage | Prägung | Typische Nutzung |
|---|---|---|
| Heslach, Möhringer Straße | gewachsene Ortsmitte, Frequenz | Handel, Gastronomie, Praxen |
| Lehen und Bopser | Übergang zur City, dicht bebaut | kleinere Büros, Dienstleistung |
| Karlshöhe und Weinsteige | Hanglage, Parks, Aussicht | Wohnen, einzelne Praxen und Kanzleien |
| Südheim und Kaltental | Siedlungsbau, teils Denkmalschutz | Wohnen, Nahversorgung, Handwerk |
Worauf wir bei Flächen in Stuttgart-Süd achten
Der Hang ist der bestimmende Faktor. Grundstücke sind häufig schmal und tief, Zufahrten eng, Anlieferung mit größeren Fahrzeugen nicht überall möglich. Wer Lager oder Werkstatt sucht, muss die Andienung früh prüfen, nicht erst bei der Besichtigung.
Dazu kommt der Denkmalschutz. Die Südheim-Siedlung von Karl Hengerer aus den Jahren 1901 bis 1903 steht als städtebauliche Gesamtanlage unter Schutz, ebenso die Siedlung Ziegelklinge im Bauhausstil und das Alte Schützenhaus. Bei Umbau oder Umnutzung in diesen Bereichen gehört die Denkmalbehörde von Anfang an in den Prozess.
Bei Neubau, Anbau oder Aufstockung lohnt der Blick in den geltenden Bebauungsplan, bevor eine Zahl im Raum steht. In gewachsenen Hanglagen weichen zulässige Höhen, Abstandsflächen und überbaubare Grundstücksflächen häufig von dem ab, was die Nachbarbebauung vermuten lässt. Diese Klärung gehört an den Anfang einer Bewertung, nicht ans Ende.
Positiv ist die Erreichbarkeit. Aus Lehen und Bopser ist die Innenstadt zu Fuß erreichbar, Zahnradbahn, Stadtbahn und Standseilbahn erschließen die Höhenlagen. Für Nutzer, die City-Nähe brauchen, aber keine City-Adresse zahlen wollen, ist Süd eine ernsthafte Alternative.
Als Immobilienmakler in Stuttgart-Süd vermitteln wir Büro- und Gewerbeflächen im gesamten Talkessel. Aktuelle Büroflächen zeigt unsere Seite Bürovermietung. Wie sich der Nachbarbezirk unterscheidet, lesen Sie im Beitrag zu Stuttgart-Mitte.
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Quellen: Stadt Stuttgart, Stadtbezirk Süd; Wikipedia, Stuttgart-Süd.
Bildnachweis: Foto qwesy qwesy / Wikimedia Commons, CC BY 3.0.
Welche Stadtteile gehören zu Stuttgart-Süd?
Sieben Stadtteile: Bopser, Lehen, Weinsteige, Karlshöhe, Heslach, Südheim und Kaltental.
Gehört das Heusteigviertel zu Stuttgart-Süd?
Nein. Umgangssprachlich wird es oft dem Süden zugerechnet, offiziell gehört es zum Stadtbezirk Stuttgart-Mitte.
Was macht Heslach für Gewerbenutzer interessant?
Heslach ist eine eigenständige Ortsmitte mit Nahversorgung, Handel und Gastronomie rund um Möhringer Straße, Erwin-Schoettle-Platz und Bihlplatz. Es entsteht Frequenz, ohne dass City-Konditionen aufgerufen werden.